Wie wird man ein bekannter DJ - Teil 1: Gedanken machen und Vorbereitungen treffen
Nach tagelanger Arbeit bin ich gestern auf heute umgezogen und freue mich nun die Folgenden Informationen bekannt geben zu können:
Meinen Blog findet ihr ab sofort unter:
Den RSS-Feed findet ihr ab sofort unter: http://www.pierrelefou.eu/index.php/feed/
Ich freue mich auf euren Besuch und danke für euer Interesse
Euer PierreLeFou
In diesem ersten Teil geht es darum herauszufinden, was man eigentlich ist (wo man aktuell steht) und welche Zielsetzung man sich gibt.
Wie in jedem Tut in dieser Reihe, weise ich darauf hin, dass ich nicht die Weisheit mit Löffeln gefressen habe und deshalb kann ich keine Gewähr auf meinen Artikel geben.
Dieser Beitrag richtet sich an absolute Anfänger, die praktisch den Wunsch haben als DJ anzufangen. Alle anderen unter euch, können sich die anderen Artikel durchlesen, die es in der gleichen Rubrik gibt.
Nun gut. Fangen wir also an. Du sitzt nun da draußen und hast den Wunsch DJ zu werden oder sein zu wollen. Die Beweggründe dabei spielen eher eine gesonderte Rolle, können aber helfen herauszufinden, was für ein Typ DJ du sein willst. Und genau mit dieser ersten Frage musst du dich beschäftigen. Dies mag auf den ersten Blick blödsinnig sein, aber es ist wichtig. Denn je nach DJ-Typ kann man dann später auch viel gezielter die Ausgaben tätigen, an deiner Laufbahn pfeilen und eben alles erledigen, was damit zusammenhängt.
Grundsätzlich könnte man nun jeden DJ-Typ noch in Klassen unterteilen, um herauszufinden, wie viel Arbeit man in dein Können stecken muss. Und bei manchen Klasse ist diese Arbeit von Anfang an zum scheitern verurteilt. Und hier muss man ehrlich zu sich selber sein und dann auch die Finger davon lassen. Wenn dem nicht so wäre, würden wir alle als Fliesenleger arbeiten.
Was sind denn die Klassen?
Mit einer Klasse wird praktisch angegeben, wie viel Talent du bereits besitzt. In die erste Klasse fallen alle die Personen, die durch Diskotheken-Besuche oder durch andere Veranstaltungen auf das sog. DJing aufmerksam gemacht wurden und vielleicht gehört haben, dass man damit viel Geld verdienen KANN und dies nun auch möchten. Wenn du dich dabei ertappst, in diese Klasse zu fallen, dann muss ich dir leider sagen, dass du genau in die Kategorie DJ gehörst, die es nicht weit bringen werden. Zum einen liegt dies daran, dass du gar nicht weißt, ob du überhaupt DJ sein kannst.
Die zweite Klasse sind die unter euch, die schon mal bei einem Freund oder zum Test in einer Diskothek an den Plattentellern oder CD-Spielern gestanden haben und die da so eine Art Feeling verspürt haben. Es können aber auch die Leute sein, die bei einer privaten Party dem Alleinunterhalter zur Seite standen und ein paar gute Reden geschwungen haben. Diese Klasse zählt zu den Klassen der “Blutlecker”. Nein, es handelt sich dabei nicht um Vampire, sondern Menschen, die ein Gefühl verspürt haben, als Sie eine dieser Tätigkeiten unternommen haben. Alle die sich in dieser Klasse wieder finden, haben eine Chance ein guter DJ zu werden, müssen aber hart an der Sache bleiben.
In die dritte Klasse gehören alle von euch, die sehr musikalisch aufgewachsen sind und ohne je an Plattentellern oder CD-Spielern gestanden zu haben, schon immer wussten, dass Sie DJ oder Alleinunterhalter werden wollen. Hier ist in der Regel ein Grundverständnis von Takt und Gefühl vorhanden, was die Einarbeitung in das Thema DJing leichter macht.
Die vierte Klasse ist der Topf für alle von euch, die bereits Tracks produziert und auch auf Vinyl haben veröffentlichen können. Diese Gruppe bedarf eigentlich keiner großen Einarbeitung, da Sie durch die Musikproduktion bereits alles zu den Themen Takt, Sounds usw. wissen.
Fazit: Wer sich in Klasse 1 oder 4 wieder findet, der muss meine Artikel nicht weiter lesen. Ich weiß gerade für Klasse 1 klingt dies hart, aber es ist die Wahrheit. Die von euch in Klasse 4 werden nicht weiter traurig sein, denn Sie haben eigentlich schon alles erreicht, was man erreichen kann.
Die von euch (Klasse 2 und 3) begrüße ich an dieser Stelle im Kreis der DJs und freue mich euch begleitend zur Seite stehen zu dürfen.
Wie ich bereits angesprochen habe, gibt es Gruppen. Und nachdem du nun weißt, in welcher Klasse du bist, wollen wir uns den wichtigsten Schritt zu Beginn ansehen. Und zwar zu schauen, welche Art von DJ du bist oder werden willst.
Was sind Gruppen?
Durch die Einteilung von Gruppen kann man sehen ob du zum Beispiel eher ein Alleinunterhalter werden möchtest oder ob es wirklich Vinyl sein soll. Dies ist deshalb so wichtig, da man dadurch ableiten kann, was du später für Anschaffungen tätigen musst oder wie die Art der Promotion ablaufen soll. Dies ist sicher bei einem Techno-DJ anders als bei Hip-Hop.
Die erste Gruppe sind die Alleinunterhalter. Ein Alleinunterhalter arbeitet zu 99% ausschließlich mit Plattenspielern, spielt fast jede Richtung von Musik, erwünscht die Wünsche der Kunden und Gäste, hat manchmal auch (bei der älteren Generation) ein Keyboard zur Hilfe und spielt meistens den Animateur. Hier kommt es auf ganz andere Fertigkeiten an, als wenn man Vinyl mischen will. Und dieser Mark ist auf seine Weise genauso hart umkämpft, wie der DJ-Markt an sich. Ein Alleinunterhalter bringt eigentlich immer das passende Equipment mit. Deshalb sind hier die Anschaffungskosten auch größer, da Boxen usw. nicht gerade günstig zu haben sind und meist für verschiedene Anlässe (Größenordnungen) auch entsprechendes vorhanden sein muss.
Die zweite Gruppe: In dieser Gruppe sind alle die von euch, die gerne DJ in einer Diskothek werden möchten, die unterschiedliche Musikrichtungen spielen lässt und ab und zu mal eine Motto-Party fährt. Diese Djs nenne ich “Standard-DJs”. Dies ist keine Beleidigung, sondern ist für mich eine Zuordnung. Ich habe die Zuordnung deshalb vorgenommen und mit einem Namen versehen, da solche DJs meist ohne Plattenspieler, sondern fast ausschließlich mit CD-Spielern und MP3-Playern arbeiten. Zusätzlich gehört meist ein Mikrofon zur Ausrüstung, die man vorfindet, damit man auch ein wenig die Leute anheizen kann. Man ist also praktisch nicht nur DJ, sondern auch ein wenig Animateur, dem es gelingen muss, dass die Leute trinken und Umsatz bringen. Ansonsten hat man die längste Zeit in dem Laden “aufgelegt”.
Die dritte Gruppe: Hier wird sich jeder wieder finden, der sich auf eine Musikrichtung oder mehrere zusammenhängende Musikrichtungen “spezialisieren” möchte und der nicht den Wunsch verspürt in einer Diskothek, sondern eher auf kleinen privaten (auch öffentlichen) aufzulegen. Dies kann der Hip-Hop DJ oder aber auch ein Techno-DJ sein, der dem Kommerz entfliehen will, wenn man es so nennen möchte. Solche DJs arbeiten viel mit Vinyl oder CD-Playern. Teilweise kommt nun auch digitales Djing (Mp3) dazu, welches über Laptop eingespeist wird.
Die vierte Gruppe ist ähnlich der dritten Gruppe. Der Unterschied besteht darin, dass die Personen in solch einer Gruppe eher auf großen Events auflegen wollen. Bekannte Events sind sicher CSD, Loveparade, Mayday und andere mehr. Solche DJs sind viel in Deutschland und auch teilweise weltweit unterwegs. Wer sich also in dieser Gruppe sieht, hat einen weiten Weg vor sich.
Die fünfte Gruppe ist für alle unter euch, die wie Gruppe 3 auf eine Richtung fixiert aber nicht wie Gruppe 4 in der Gegend herumfahren wollen, sondern in einer Stammbase tätig sein wollen. Man nennt dies auch Resident. Der ein oder andere weiß vielleicht, dass es immer noch hip ist, wenn man Resident in einem Frankfurter Club ist. Solche Clubs sind musiktechnisch ziemlich speziell. Viele DJs, die bereits in Gruppe 4 angesiedelt sind, waren früher in Gruppe 5. Bei Gruppe drei, vier und fünf handelt es sich in fast allen Fällen um DJs aus den Szene Techno, HipHop/Rap/R&B. Wenn man sich also in einer dieser Gruppe befindet, müssen halt noch so Figuren wie ich wissen, welche der beiden Richtungen denn jetzt gemeint sind, denn in der weiteren Beratung ist dies wichtig.
Die Gruppe 6 kann jeder erreichen, denn hier sind alle von euch enthalten, die einfach nur für sich selbst oder Freund ein paar Tapes (wie wir es früher nannten) machen wollen. Vorher also Vinyl oder CDs kaufen und dann zu Hause mixen.
Fassen wir bis jetzt mal zusammen:
Du weißt jetzt in welcher Klasse du dich aktuell befindest und durch die Zuordnung zu einer Gruppe, welche Art von DJ du sein willst. Die Klasse ist praktisch die Beschreibung deines aktuellen Wissensstandes und die Gruppe ist dein Ziel.
Ein mischen der Gruppen und Klassen gibt es nicht. Die Klassen sind recht eindeutig beschrieben und davon solltest du dir eine aussuchen. Bei den Gruppen ist es eine Einstellung die du aktuell hast. Sicher kannst du diese Gruppe auch im Laufe der Zeit wechseln. Wenn du zum Beispiel von einer Gruppe in die andere wechselst, weil die eine Gruppe deiner Meinung nach zu viel Anschaffungskosten mit sich bringen, dann wechsele. Aber sei dir bewusst, dass diese nicht mehr dem entsprechen wird, was du eigentlich machen willst.
Und genau deshalb schreibe ich hier erst einmal Seitenweise Beschreibungen von Klassen und Gruppen. Es ist wichtig zu wissen wo man steht und wo man hin will. Nur so kannst du im Laufe der kommenden Monate und Jahre auf dieses Ziel hinarbeiten. Man kann also nicht in zwei Gruppen sein oder eine Reserve-Gruppe in Augenschein nehmen. Das ist alles Unsinn und zeigt einfach nur, dass du dir noch viele Gedanken darüber machen willst, wo die Reise hingehen soll.
Egal für welche Gruppe du dich entscheiden wirst: Es ist ein harter Weg, der nur für wenige praktisch durch Connections eingeläutet wird. Kurz gesagt, zählt heute kein Können mehr. Fast jeder kann mehr oder weniger auflegen und einen Patzer hört ein Publikum meist eh nicht.
Wer also die Meinung vertritt, dass es alles ganz schnell gehen muss, der wird gewaltig enttäuscht sein, da es ohne positive fremde Hilfe so schnell nicht gehen kann. Dafür gibt es einfach viel zu viel deiner Gattung
und du musst dich langsam nach oben herausarbeiten, um in einem bestimmten Ranking aufzutauchen und wahrgenommen zu werden.
Wer der Meinung ist, er kann mit ein paar hundert Euro sein Ziel erreichen und danach hunderte von Euro verdienen, irrt ebenfalls gewaltig und wird schnell enttäuscht sein. Ich kann nur dazu sensibilisieren, schnell umzudenken, sonst wird dir in den kommenden Artikeln in dieser Rubrik wahrhaftig schlecht werden.
Bevor du dir die Tabelle unten ansiehst, entscheide dich für eine Gruppe. Einfach so aus dem Bauch heraus oder eben mit dem festen Ziel, was dein späteres Handeln positiver beeinflussen wird.
| Klasse: | 1 | 2 | 3 | 4 | |
| Gruppe: | |||||
| 1 | 0% | 10% | 40% | 70% | |
| 2 | 40% | 60% | 80% | 100% | |
| 3 | 70% | 80% | 90% | 100% | |
| 4 | 0% | 20% | 60% | 100 | |
| 5 | 10% | 40% | 70% | 100% | |
| 6 | 100% | 100% | 100% | 100% |
Die Tabelle zeigt dir mit wie viel % Wahrscheinlichkeit zu rechnen ist, wenn du aus der entsprechenden Klasse A in die Gruppe B willst. Um so niedriger der Prozent-Wert, um so geringer ist die Chance, dass du den Status der Gruppe erreichen wirst.
Bei allem unterhalb von 50 Prozent, muss dir klar sein, dass deine Investitionen Ausgaben sein werden, die du nie wieder reinholen wirst, denn du wirst mit ziemlich großer Sicherheit nie das Gruppenziel erreichen.
Die Tabelle zeigt auch eindrucksvoll dass 1/3 von euch, die diesen Artikel gerade lesen, keine Chance haben Ihre Ziele zu erreichen.
Die Tabelle zeigt keine Sprünge von Gruppe X nach Gruppe Y. Wenn du also schon als DJ in einer Gruppe bist (Beispiel Gruppe 3) und möchtest nun in eine bessere Gruppe (Beispiel Gruppe 5) wechseln, so ist dies einfacher als die in der Tabelle aufgeführten Prozentangaben. Man kann in etwa sagen, dass du etwa 10% bessere Chancen haben wirst, wenn du bereits in einer Gruppe bist.
Nun lasse ich dich bis zum nächsten Artikel mit der fülle an Informationen erst einmal alleine. Und sei bitte ehrlich zu dir selber. Dan ist später die Enttäuschung nicht so groß.
Und eines möchte ich direkt im Vorfeld sagen: Nein, man muss nicht immer den besten Turntable oder Mixer haben, wie in vielen professionellen Foren diskutiert wird. Es gibt hier gewissen Regeln. Und es muss eine Lösung zwischen Geldbeutel und Gruppenziel sein. Um so geringer deine Zielsetzung um so weniger musst du an einmaligen Finanzen aufbringen. Um so höher dein Gruppenziel entsprechend eben mehr.
Aber direkt vorne weg. Wir sprechen hier von einer Brandbreite von circa 600 bis 10.000 Euro. Wenn du nicht mindestens 600 Euro auf einmal investieren möchtest (erste Anschaffungskosten) brauchst du keinen meinen weiteren Artikel lesen, denn dies macht keinen Sinn. Dann spare lieber noch ein wenig und lese meine Artikel wenn du 800 bis 1.500 Euro zur Verfügung hast.
Mache dir jetzt schon Gedanken darüber, ob du Vinyl und/oder CD-Player und/oder MP3 verwenden willst und freu dich auf den zweiten Teil aus dieser Artikel-Reihe.
Euer PierreLeFou
Abgelegt unter : Wie wird man ein bekannter DJ | Getaggt: Wie wird man ein bekannter DJ, Mayday, Loveparade, Resident, Resident-DJ, Mixer, Turntables, Mischpulte
viele gute gedanken, aus mir wird trotzdem kein dj